EXIST Antragssprint

EXIST-Antrag stellen:
Schritt für Schritt

Von der ersten Idee bis zur Bewilligung: Wie der EXIST-Antragsprozess wirklich funktioniert, welche Dokumente du brauchst — und wo die meisten Teams scheitern.

Überblick: Der EXIST-Antragsprozess

Der EXIST-Antrag wird nicht direkt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) eingereicht, sondern immer über eine Hochschule oder Forschungseinrichtung beim Projektträger Jülich (PtJ). Das Verfahren hat zwei Phasen: zuerst ein Ideenpapier (max. 15 Seiten), nach positiver Prüfung der eigentliche Vollantrag.

Vom ersten Gespräch mit dem Gründungsnetzwerk bis zur Bewilligung vergehen typisch 3–6 Monate. Wer das unterschätzt und zu spät beginnt, gerät unter Zeitdruck — und ein unter Druck geschriebenes Ideenpapier sieht genauso aus.

Kurzantwort

Den EXIST-Antrag stellt formal immer die Hochschule beim Projektträger Jülich (PtJ). Das Team erarbeitet das Ideenpapier (max. 15 Seiten) und alle Unterlagen; die Hochschule prüft intern (2–6 Wochen) und reicht dann ein. Typische Gesamtdauer: 3–6 Monate.

Quelle: Richtlinie EXIST-Gründungsstipendium, BMWE, Stand 2025 — exist.de

1

Monat −6

Erste Orientierung

Gründungsnetzwerk der Hochschule kontaktieren, Förderfähigkeit klären, Coach einbinden

2

Monat −5 bis −4

Mentor & Struktur aufbauen

Betreuenden Professor / Wissenschaftler als Mentor gewinnen, Kapitelstruktur des Ideenpapiers planen

3

Monat −4 bis −2

Ideenpapier ausarbeiten

Schreiben, reviewen, iterieren — mit Gutachter-Perspektive und Coaching-Feedback

4

Monat −3 bis −2

LoIs & Marktvalidierung

Letters of Intent von potenziellen Kunden/Partnern einsammeln, Marktgröße validieren

5

Monat −2 bis −1

Einreichung über Hochschule

Interne Prüfung durch Gründungsnetzwerk (2–6 Wochen), dann Einreichung beim PtJ

6

Monat 0 bis +2

PtJ-Bearbeitung & Bewilligung

Bearbeitungszeit beim PtJ: 4–8 Wochen. Ggf. Rückfragen beantworten.

Das Ideenpapier

Das Ideenpapier ist das entscheidende Dokument. Maximal 15 Seiten — und jede Seite zählt. Gutachter suchen nach drei Dingen: Innovation, Markt und Team.

Problemstellung

Was ist das validierte Problem? Nicht was du kannst — sondern was dein Kunde braucht und zahlen würde.

Innovationsgrad

Was ist technologisch oder wissensbasiert neu? Patente, proprietäre Algorithmen, einzigartiger Datenzugang.

Marktanalyse

Marktgröße mit Quelle, erreichbare Zielkunden, Wettbewerbsabgrenzung. Keine Wikipedia-Zahlen.

Teamkapitel

Gutachter investieren in Teams. Zeige, warum genau du das Team für dieses Problem bist.

Zeitplan & Meilensteine

12 Monate in Phasen: Prototyp bis Monat 6, Pilotkunde bis Monat 9 — messbare Ziele.

Mittelplan

Jeder Euro mit konkretem Bezug zu einem Arbeitspaket. Inklusive 5.000 € Coaching-Position.

Den richtigen Mentor finden

Der betreuende Mentor (ein Professor oder Wissenschaftler) ist nicht nur Formalität — er beeinflusst die Bewilligungschancen erheblich. Ein falscher Mentor ist einer der häufigsten vermeidbaren Ablehnungsgründe.

Mentor passt fachlich zum Innovationsthema des Vorhabens
Mentor kennt EXIST und den PtJ-Prozess aus eigener Erfahrung
Mentor ist bereit, das Ideenpapier aktiv zu reviewen und mitzugestalten
Renommierter Professor ohne fachlichen Bezug zum Thema
Mentor nur nominell beteiligt — macht keinen Unterschied
Mentor aus dem persönlichen Bekanntenkreis ohne Hochschulbezug

Letters of Intent (LoIs)

LoIs von potenziellen Kunden oder Partnern sind der stärkste Marktbeweis im EXIST-Antrag. Sie signalisieren echtes Kaufinteresse — keine theoretische Marktchance.

Ein gutes LoI enthält:

  • Konkretes Unternehmen mit Ansprechpartner
  • Beschreibung des eigenen Problems / Bedarfs
  • Bezug zur spezifischen Lösung des Teams
  • Konkrete Absicht zur Zusammenarbeit (Pilot, Test etc.)
  • Originalunterschrift / Firmenbrief

Ein schwaches LoI ist:

  • Generische Formulierung ohne Problembeschreibung
  • Von Professoren, Bekannten oder Eltern
  • Ohne konkreten Handlungsbezug ('finden interessant')
  • Kein echter Unternehmenskontext
  • Masse statt Qualität: 10 schwache statt 3 starke

Mittelplan richtig aufstellen

Der Mittelplan ist der Budgetteil des Antrags — und einer der häufigsten Ablehnungsgründe. Jeder Euro muss begründet und einem Arbeitspaket zugeordnet sein.

PositionMaximalbetragHinweis
Lebenshaltungskosten1.000–3.000 €/MonatJe nach Qualifikationsstufe
Sachkosten (Team)bis 30.000 €Hard-/Software, Materialien, Reisen
Sachkosten (Einzelgründung)bis 10.000 €Gleiche Kategorien
Coaching & Beratungbis 5.000 €Für externe, qualifizierte Coaches
Patentkostennach BedarfMit Begründung im Antrag
Kinderzuschlag150 €/Monat/KindPro unterhaltsberechtigtem Kind

Kappungsgrenzen beachten: Werden sie überschritten, führt das zur Ablehnung ohne Nachbesserungsmöglichkeit.

Paket 1

EXIST Antragssprint

Für Teams vor der Antragstellung: Ich begleite dich von der Förderfähigkeitsprüfung bis zum einreichfertigen Ideenpapier — mit Gutachter-Perspektive aus erster Hand.

Förderfähigkeitscheck & Einstufung
Ideenpapier-Struktur & Argumentationslogik
Markt- und Innovationslogik für Gutachter
Mentor- und Hochschulstrategie
LoI-Plan & Marktvalidierungsschritte
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Häufige Fragen zum EXIST-Antrag

Zeitplan auf einen Blick

  • 1.6 Monate vor Start: Coaching & Planung
  • 2.5–4 Monate: Mentor finden
  • 3.4–2 Monate: Ideenpapier schreiben
  • 4.3–2 Monate: LoIs einsammeln
  • 5.2–1 Monate: Hochschuleinreichung
  • 6.4–8 Wochen: PtJ-Bearbeitung

Häufige Fehler

  • Zu spät angefangen
  • Falscher oder inaktiver Mentor
  • Kein echter Innovationsgrad
  • Keine oder schwache LoIs
  • Fehler im Mittelplan
  • Team-Lücken verschwiegen
  • Markt zu pauschal dargestellt

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