EXIST-Wissen 20. Oktober 2025 5 min Lesezeit

EXIST-Gründungsstipendium vs. EXIST-Forschungstransfer: Was passt zu dir?

Beide EXIST-Programme fördern akademische Gründer — aber sie unterscheiden sich grundlegend in Anforderungen, Förderhöhe und Zielgruppe. Hier ist, was du wissen musst.

Wenn du als Gründer aus der Hochschule heraus förderungsfähig bist, stehen dir prinzipiell zwei EXIST-Programme zur Verfügung: das EXIST-Gründungsstipendium (GS) und der EXIST-Forschungstransfer (FT). Die Wahl hat erhebliche Auswirkungen auf Förderumfang, Anforderungen und den weiteren Gründungsweg. Hier sind die wichtigsten Unterschiede.

EXIST-Gründungsstipendium: Der Einstieg für frühe Teams

Das Gründungsstipendium richtet sich an Teams in der frühen Ideenphase, die ein innovatives Vorhaben systematisch entwickeln und auf eine Gründung vorbereiten möchten. Es ist der zugänglichere der beiden Förderwege — mit niedrigerer Eintrittsschwelle, aber auch mit begrenztem Förderumfang.

  • Förderdauer: 12 Monate, nicht verlängerbar.
  • Förderhöhe: Lebensunterhalt (2.500 €/Monat je Gründer), Sachmittel bis 10.000 €, Coaching bis 5.000 €.
  • Technology Readiness Level: Typischerweise TRL 1–4 (Konzept bis frühe Machbarkeit).
  • Voraussetzung: Technologiebasiertes oder wissensbasiertes Vorhaben mit Hochschulbezug; Gründer aus dem Hochschulumfeld.

Das Gründungsstipendium ist ideal für Teams, die eine klare Idee haben, aber noch kein ausgereiftes Produkt und noch keine umfangreichen Forschungsergebnisse vorweisen können.

EXIST-Forschungstransfer: Für ausgereiftere Technologien

Der EXIST-Forschungstransfer richtet sich an Vorhaben mit einem höheren Technology Readiness Level — Teams, die bereits substanzielle Forschungsergebnisse haben und deren Technologie sich in Richtung Marktreife bewegt. Er ist anspruchsvoller zu beantragen, bietet aber deutlich höhere Förderung.

  • Förderdauer: Phase I: 18 Monate; Phase II (optional, nach Bewilligung): bis zu 18 weitere Monate.
  • Förderhöhe Phase I: Bis zu 250.000 € (Vollkostenfinanzierung inkl. Stellen, Sachkosten, Overhead).
  • Förderhöhe Phase II: Bis zu 180.000 € je Gründer plus Projektmittel — in Summe oft 500.000–1.000.000 €.
  • Technology Readiness Level: Typischerweise TRL 4–7 (Laborvalidierung bis Systemvalidierung im Einsatzumfeld).
  • Voraussetzung: Vorhandene wissenschaftliche Ergebnisse (oft aus Dissertation, Forschungsprojekt oder Institutsbetrieb), klarer IP-Bezug zur Hochschule, oft Einbindung eines Professors oder Institutsleiters.

Die entscheidenden Unterschiede auf einen Blick

KriteriumGründungsstipendiumForschungstransfer
Förderdauer12 Monate18–36 Monate
Förderhöhe~30–50 k€250 k€ – 1 Mio. €
TRL-Anforderung1–44–7
AntragskomplexitätMittelHoch
Zeitbedarf Vorbereitung2–4 Monate4–8 Monate
ZielgruppeFrühe Ideen, HochschulabsolventenSpin-offs mit Forschungsbasis

Welches Programm passt zu dir?

Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab:

  1. Technologiereifegrad: Hast du bereits validierte Laborergebnisse oder Prototypen (TRL 4+)? Dann ist der Forschungstransfer eine Option. Bist du noch im Konzeptstadium? Dann das Gründungsstipendium.
  2. IP-Lage: Hat deine Technologie einen klaren Bezug zu Hochschul-IP (Patente, Know-how aus Drittmittelprojekten)? Forschungstransfer erfordert das fast immer.
  3. Zeitplanung: Kannst du es dir leisten, 4–8 Monate in die Antragsvorbereitung zu investieren? Wenn nicht, ist das Gründungsstipendium der sinnvollere erste Schritt.

In der Praxis wählen viele Teams den Weg: zuerst Gründungsstipendium (für Marktvalidierung und MVP), dann Forschungstransfer Phase I (für Skalierung der Technologie). Diese Sequenz ist zulässig, wenn zwischen beiden Programmen eine echte Fortentwicklung des Vorhabens stattgefunden hat.

Coaching für beide Programme

Ich begleite Teams bei beiden EXIST-Förderwegen. Der Prozess ist unterschiedlich — aber die Grundfragen sind dieselben: Was ist die technologische Substanz? Wie überzeugend ist die Marktargumentation? Welche Lücken muss das Team adressieren? Ich helfe dir, die richtigen Antworten zu finden — bevor der Gutachter fragt.